Freitag, 10. Februar 2012

Fötus im Fahrstuhl











Montag, 23. Januar 2012

Tom Lüneburger // Lights


... one more little step and just expect the best ...

Ich besitze das am vergangenen Freitag erschienene Album "Lights" ja gar nicht. Ich glaube allerdings, dass dies nicht so bleiben wird. Spätestens seit dem gestrigen Konzert im LOGO glaube ich das. Klavier, Gitarre, Stimme. Mehr brauche ich nicht, um mich an solch einem Abend wohl zu fühlen *. Vorausgesetzt, die richtigen Leute befinden sich auf der Bühne, und das war der Fall.

Meine erklärten Lieblinge auf dem "Lights"-Album: "Don't Lose Heart" und "The Driven Man".

Und natürlich "Tonight" - ein Song, der seinerzeit bereits auf dem Album "Perfect View" von Myballoon zu finden war, der aber in der neuen Version noch um einiges intensiver rüberkommt. Live sowieso: Stimme und Klavier. Tom und Stoffel. Einfach nur wunderbar.





* unterschlagen wurden der liebgewonnene Begleiter, das Glas Rotwein sowie die vorhandenen Sitzgelegenheiten

Montag, 28. November 2011

Jahreslesung des Forums Hamburger Autoren


Wie jedes Jahr gibt es am ersten Freitag im Dezember die Jahreslesung des Forums Hamburger Autoren. Diesmal ohne Jahrbuch. Aber mit vielen Lesenden, u.a. mit mir.

Die Jahreslesung findet am Freitag, den 2. Dezember (20 Uhr) im Kulturhaus Eppendorf statt. Eintritt 5,-/4,- Euro, Süppchen inklusive.

Montag, 21. November 2011

Leserpreis 2011 - Shortlist


Mein Buch wurde für den Leserpreis 2011 bei LovelyBooks nominiert (in der Kategorie
"Kinder-/Jugendbuch").

Die Abstimmung läuft nur wenige Tage, und ich freue mich über eure Stimme!

Die Shortlist findet ihr hier:




NACHTRAG: Danke für einen kuscheligen 22. Platz! Wie viele Stimmen brauchte man wohl dafür? Ich war ja bereits erstaunt, als es das Buch unter die 35 Nominierungen auf der Shortlist geschafft hat. Immerhin hatte ich es zuvor selbst vorschlagen müssen, weil das noch kein anderer getan hatte - und ich dachte daher, es bekäme nicht viel mehr als diese eine Stimme. :-) Bei der endgültigen Abstimmung habe ich mir die Teilnahme dann sogar ganz verkniffen. Das Ergebnis freut mich riesig, und wenn man bedenkt, dass "Nach dem Amok" längst nicht so bekannt ist wie viele andere der nominierten Jugendbücher, ist es gleich nochmal so schön...

Montag, 3. Oktober 2011

Netzirrtümer


Im Laufe der Jahre haben sich so einige Informationen zu meiner Person im www angesammelt, die nicht den Tatsachen entsprechen. Aus Spaß an der Freude kommen nun an dieser Stelle die Berichtigungen:

*** MK ist Wahlhamburgerin (Quelle: Titel-Magazin)
Ich kam hierher wegen meines Jobs und bin nach wie vor deswegen hier. Auch gibt es inzwischen ein paar Menschen, die mich an diese Stadt binden. Aber macht das eine "Wahlhamburgerin" aus? An Hamburg hing nie mein Herz, und das wird es wohl auch nie tun.

*** MK ist Finanzbeamtin (Quelle: Westfälische Nachrichten)
Ich gebe zu, an dieser Fehlinformation bin ich nicht ganz unschuldig. Auch wenn ich in dem damaligen Interview nicht behauptet habe, Finanzbeamtin zu sein, so habe ich doch einen ziemlichen Eiertanz vollführt, um mich an meiner tatsächlichen Arbeitstätigkeit "vorbeizureden". Die geistert zwar sicher eh irgendwo im Netz herum, aber danach sucht ihr jetzt mal schön selber. Kleiner Tipp: Ich bin keine Landes-, sondern Bundesbeamtin.

*** MK veröffentlichte in den Freiberger Leseheften (Quelle: Wikipedia)
Tatsächlich verhält es sich so, dass man dort ein Gedicht von mir veröffentlichen wollte. Nachdem ich zu diesem Zeitpunkt aber bereits die Rechte an dem Gedicht im Rahmen einer damals anstehenden Buchveröffentlichung an einen Verlag abgetreten hatte (der mit der Vorab-Veröffentlichung in den Freiberger Leseheften einverstanden gewesen wäre), hatte man bei den Freiberger Leseheften aufgrund dieser Gegebenheiten kein Interesse mehr an dem Gedicht.

Dies sind nur jene Netzirrtümer, die mir jetzt spontan ins Gedächtnis kamen. Die Liste wird ggf. ergänzt, und spätestens in ein paar Jahren dürfte es aufgrund neu hinzugekommener Unstimmigkeiten ohnehin Zeit sein für die "Netzirrtümer II"... Ob ich dann noch in Hamburg wohne?

Dienstag, 6. September 2011

tinnitus, tag vierhundertneunundsechzig

[...]
überhaupt ist dies die rechtfertigung
für vieles: das aufgeben als kombinierten
zufallsvorgang zu betrachten eine wieder
und wiederholung die man leugnet wie
das nägelkauen oder eine gängige phobie

Mittwoch, 24. August 2011

Lochfraß



Urlaubsblätterwald


Samstag, 30. Juli 2011

grausam, aber notwendig


es ist ein tag zum geschichte schreiben, sagt er
noch einmal zu seinem haustier, die ausgestopfte
erinnerung mit den computeraugen, so denkst du
über ihn, ich weiß noch, wie alles zu normal war
für einen, der sich im krieg befindet, da werden
opferzahlen nach unten korrigiert, in dieser
verkehrten welt muss ein zweiundzwanzigster juli
das doppelte eines elften septembers sein, sonst
reicht es nicht aus zum gedichte schreiben,
in denen man wörter vermeiden muss, die sich
nicht auf ego shooter reimen, der ist nur ein jahr
jünger als du
, sagst du, sieht aber älter aus,
und ich könnte behaupten, es läge daran, dass ich
mich neuerdings immer jünger fühle und auch
immer sozialdemokratischer, bis ich nahezu perfekt
ins opferprofil passe, aber: so ist das, sage ich nur

Montag, 25. Juli 2011

Die Sache mit dem Datum


Wann genau es anfing, weiß ich nicht mehr, aber es muss vor etwa anderthalb Jahren gewesen sein. Damals begann ich, mich an den Kalenderdaten der Vergangenheit zu orientieren und sie auf die Gegenwart zu beziehen. "An einem 06. September im letzten Jahr war ich noch glücklich." "Heute vor vier Monaten war ich noch gesund." "Am XX.XX.20XX gab es noch eine andere Zukunft."

Ich fing an, aus den vergangenen Kalenderdaten ein Gerüst für mein Leben zu errichten. Ich schrieb kurze Vermerke in einen Taschenkalender. Die Daten, an denen alles gut gewesen war, begannen sich zu entfernen.

Dann war eines Tages tatsächlich wieder alles gut, und die vergangenen Zeitpunkte, zu denen dies der Fall gewesen war, wurden unwichtiger. Es hätte so bleiben können, aber es blieb nicht so. Eine neuere Vergangenheit entstand, mit ihren eigenen Daten.

Ich habe das Gerüst der Kalenderdaten immer weiter ausgebaut, bis ich den Überblick verloren habe. Mit zunehmendem Umfang vergaß ich, welche Daten wichtig waren und welche nicht. Ich wusste nicht mehr, wann alles gut war und wann nicht mehr. Wenn ich in den Taschenkalender sah, konnte ich meine eigenen Abkürzungen oftmals nicht mehr deuten oder hatte das Gefühl, Eintragungen vergessen zu haben, die unglaublich wichtig gewesen wären.

Vielleicht sollte ich mir einen größeren Kalender kaufen. Tagebücher mochte ich noch nie.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Bathroom Rules




Sonntag, 29. Mai 2011

Marc Hermann // vom verschwinden bleibt


Im Jahr 2003 las ich zum ersten Mal einen Text von Marc Hermann. Damals gewann er mit dem Prosatext Finistère einen Wettbewerb. Mit diesem Text fing vieles an, vermutlich im Hinblick auf seine eigene literarische Entwicklung, ganz sicher aber im Hinblick auf meine. "Finistère" hat mich nämlich derart umgehauen, dass ich beschloss: So gut willst du auch mal werden. Oder es zumindest versuchen.

Irgendwann habe ich dann Kontakt zu Marc Hermann bekommen (kann mich gar nicht mehr erinnern, wann und wie eigentlich) und ihm verkündet, dass er unbedingt ein Buch rausbringen müsse. Nochmal ein paar Jahre später hat er dann endlich auf mich gehört (das rede ich mir gern ein, also pscht, nicht widersprechen), und Ende 2010 erschien "vom verschwinden bleibt", das nun hier neben mir auf dem Schreibtisch liegt - mit etwas Verspätung ausgelesen und meinen Respekt genießend.

Vor ein, zwei Jahren habe ich beschlossen, nie wieder einen Lyrikband zu rezensieren, denn eigentlich ist Lyrik (weder meine eigene, noch die anderer Autoren) nichts, was ich in meinem Leben brauche. Ich würde sie nicht vermissen, wenn sie nicht da wäre. Prosa schon. Deshalb - und weil ich mir auch gar nicht anmaßen mag, Lyrik zu beurteilen – folgen nun lediglich ein paar Gedanken, die ich beim Lesen eines Buches hatte, auf das ich viele Jahre gewartet habe.

Welchen Satz man seinem Papagei besser nicht beibringen sollte, erfährt man auf Seite 14. Und dass Männer sich selbst anfassen, auf Seite... nun, aber das ist ja nichts Neues. Im Gegensatz zum Talkshowgast, der erklärt, dass ihm Purzelbäume wichtig sind. Etwas Erheiterndes hat dieses Buch an vielen Stellen, und das braucht es auch, denn so einiges ist darin tatsächlich gerade im Verschwinden begriffen. Und Verschwinden benötigt Humor und Ironie, um sich nicht an sich selbst zu verschlucken. Neben dem Humor steht hier als weitere Umgangsmöglichkeit mit dem Verschwinden auch die Transformation. Etwas verschwindet und bleibt dennoch wie transformiert in anderer Form erhalten.

Oft waren es die kurzen Gedichte, die mich am meisten angesprochen haben. Momentaufnahmen, knappe Wahrnehmungen aus dem Alltag wie in "das schwarze auge des fisches", die auf geradezu beklemmende Weise in etwas sehr viel Größeres übergehen, in diesem Fall gar in einem "loch im weltall" enden. Diesen Übergang zu schaffen, ohne unglaubwürdig und übertrieben zu wirken, ist nicht einfach, doch in diesem Buch ist es meiner Meinung nach erstaunlich oft geglückt.

Wie seine Gedichte entstehen, beschreibt der Autor selbst am besten: "ich mache sie aus den dingen die mich umgeben / mache sie aus all dem unerzählten / raum" (aus: "verse", Seite 86).
So ist das. Der unerzählte Raum im Alltäglichen.

Aber einen Wermutstropfen gibt es dann doch. Vielleicht hätte ich meinen Buchwunsch damals präzisieren sollen, denn angefangen hat meine Leidenschaft für Marc Hermanns Texte immerhin durch seine Prosa, und eigentlich hatte ich ja einen Kurzgeschichtenband mit "Finistère" als Schlusstext auf meinem Wunschzettel. Tja, das hat man davon, wenn man sich nicht klar ausdrückt. Jetzt muss ich wohl nochmal ein paar Jahre lang betteln...

Donnerstag, 19. Mai 2011

Leserunde auf lovelybooks.de


Demnächst startet bei LovelyBooks eine Leserunde zum meinem Jugendroman "Nach dem Amok", die ich moderieren werde. Mein Verlag stellt dafür 10 Bücher zur Verfügung.

Bis zum 29.05.2011 könnt Ihr Euch --> hier <-- um ein kostenloses Exemplar bewerben – und wenn Ihr zu den glücklichen Gewinnern gehört, anschließend kräftig mitdiskutieren! Natürlich kann das auch jeder tun, der kein kostenloses Exemplar ergattert... Nur so als Tipp: Eltern schenken ja auch mal ganz gerne Bücher. :-)

Ich freue mich schon sehr auf Eure Meinungen und auf die Gespräche mit Euch!

Montag, 9. Mai 2011

Wir machen keine Gefangenen


Ich habe eine neue Kurzgeschichte geschrieben.

Hört sich erst mal nach nichts Ungewöhnlichem an. Die Keil schreibt eine Kurzgeschichte. Hat sie ja schon öfter getan.

Aber für mich ist es eben doch etwas Besonderes, denn es ist meine erste Kurzgeschichte seit ziemlich genau zwei Jahren.

Die übrigens nichts mit Osama zu tun hat. Nur der Titel rührt von den aktuellen Ereignissen. Und weil da plötzlich dieser Titel in meinem Kopf war, verlangte er auch nach einer dazugehörigen Geschichte.

Sie beginnt mit dem folgenden Satz:
"Mein Vater hat in seinem ganzen Leben nur mit einer einzigen Frau geschlafen."

Tja, so fangen Geschichten manchmal an. Auch ohne seicht zu sein. Und sogar ganz ohne Osama.

Samstag, 5. März 2011

"Nach dem Amok" - Leseprobe


Wer schon mal vorab in das Buch reinlesen möchte, kann das auf den Seiten des Verlags tun, und zwar hier.

Montag, 29. November 2010

Nach dem Amok


Entgegen der ursprünglichen Planung wird mein Jugendroman nun bereits im April 2011 erscheinen.

Und vorbestellen bei Amazon geht auch schon.



Jahrbuch / Jahreslesung des Forums Hamburger Autoren


Das Forum Hamburger Autoren legt auch zur diesjährigen Jahreslesung wieder ein Jahrbuch vor. "Neuerdings weiß ich viel mehr" erscheint, wie schon das letzte Jahrbuch, im Textem-Verlag. Obwohl ich bei der Titelfindung nicht dabei war, da ich in den letzten Monaten so gut wie jedes Forumstreffen geschwänzt habe, hätte ich mir keinen besseren Titel wünschen können. Jeder bisherige Tag im Jahr 2010 hat sich für mich angefühlt wie dieser Titel. Manchmal hat das Älterwerden tatsächlich etwas für sich - auch wenn es den Rückblick mitunter schmerzhaft macht, lässt es hoffen für Gegenwart und Zukunft.

Die Jahreslesung des Forums findet am nächsten Freitag, den 3. Dezember (20 Uhr) im Kulturhaus Eppendorf statt. Ob ich lesenderweise mit von der Partie sein werde, steht noch nicht fest, das entscheide ich dieses Mal ganz spontan, da ich in diesen Tagen anderweitig noch einen dringenden Schreib-Endspurt hinlegen muss.



Neuerdings weiß ich viel mehr
Forum Hamburger Autoren: 21. Jahrbuch

135 Seiten, 7,- Euro,
ISBN 978-3-941613-38-6,
Textem Verlag 2010


Dienstag, 9. November 2010

Lesung in Prag


Heute ein Lesungshinweis für alle, die Ende des Monats zufällig in Prag weilen. ;-)

Am 27. November lese ich im Goethe-Institut Prag. Spannend ist die Sache deshalb, weil es sich um "4-Augen-Lesungen" handelt. Jeweils ein deutscher und ein tschechischer Autor befinden sich zusammen in einem Raum (in diesem Fall die schnuckelige Kellersauna), in den dann immer nur eine einzelne Person vorgelassen wird. Diese kann wählen, ob sie ein deutsches oder ein tschechisches Gedicht vorgetragen bekommen möchte. Und während des Vortrags beäugen sich dann 4 Augen. Hmmm... Was die pausierenden Augen Nr. 5 und 6 wohl währenddessen tun? Vielleicht bleiben sie solange ja doch eher draußen vor der Saunatür. Ich lasse mich überraschen.

Die weiteren deutschen Teilnehmer an den 4-Augen-Lesungen sind Ann Cotten und Bert Papenfuß.

Nachtrag: Das komplette Programm ist mittlerweile hier zu finden.

Montag, 1. November 2010

Die Gemüter der Busfahrer


So verschiedenartig die Hamburger Stadtteile sind, so unterschiedlich gestrickt sind auch die jeweiligen Chauffeure des nicht schienengebundenen Nahverkehrs. Wenn der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gerade mal wieder Neueinstellungen von Busfahrern plant, flackern über die Bildschirme in den Bahnen und den U/S-Bahn-Stationen immer die Einstellungsvoraussetzungen: Unter anderem sollte der Hamburger Busfahrer demnach "Freude am Umgang mit unseren Fahrgästen" haben.

Die Altonaer Busfahrer scheinen diese Voraussetzung in aller Regel zu erfüllen. Im diesjährigen Sommer nahm ich an einem späten Samstagabend am Bahnhof Altona von meiner männlichen Begleitung noch im Bus Abschied, weil sich unsere Heimwege dort trennten. Ich selbst verblieb im Bus, um die Weiterfahrt in Richtung Wandsbek anzutreten. Nach dem Aussteigen meiner Begleitung drehte sich mein Busfahrer zu mir um und fragte halbwegs fassungslos: "Lässt du ihn allein nach Hause gehen?" "Ja", antwortete ich, "ich wohne in Wandsbek". "Kannst doch trotzdem mit ihm gehen!", entkräftete mein Busfahrer dieses schlagende Argument. Er fuhr mich dann ein bisschen enttäuscht nach Wandsbek Markt, wo seine Fahrt endete und ich in den nächsten Bus umstieg. Weiter als bis Wandsbek Markt würde sich kein Altonaer Busfahrer trauen. Denn hinterm Wandsbeker Markt liegt die humorfreie Zone.

Der 9er Bus, der von dort in ebendiese Zone startet, beherbergt Busfahrer, die scheinbar nicht die spezielle eingangs genannte Einstellungsvoraussetzung erfüllen, denn von Freude am Umgang mit den Fahrgästen ist da nichts zu spüren. Und schon gar nicht bekommt man von ihnen den gutgemeinten Rat zu einem samstagabendlichen Schäferstündchen. Der Wandsbeker Busfahrer am Samstagabend ist stumm, kontrolliert entweder übergenau oder aber mit desinteressiertem Seitenblick die Fahrkarten und fährt drei Sekunden zu spät kommenden potentiellen Fahrgästen vor der Nase weg. Anfangs dachte ich noch, dieses Verhalten sei einer gewissen Stoffeligkeit geschuldet. Doch dann fiel mir etwas auf. Wer als Fahrgast die Strecke ab Wandsbek Markt in Richtung Rahlstedt mitfährt, an einem späten Samstagabend, der kann eigentlich nur eines wollen: nach Hause. Etwas anderes gibt es da nämlich nicht. Und "nach Hause" geht, sitzt man erst mal im 9er Bus, nur in eine Richtung. Deshalb trennen sich die Wege von miteinander bekannten Heimfahrenden hier nur selten. Wer sich kennt, steigt zusammen ein und zusammen aus. Somit erübrigt sich für den Busfahrer jegliche Einmischung in die weitere Abendgestaltung, denn die 9er-Reisenden lassen niemanden ziehen - sie haben jemanden oder nicht. Was im Ergebnis bedeutet: Wandsbeker Busfahrer haben nicht etwa weniger Freude am Kontakt mit ihren Fahrgästen als Altonaer Busfahrer, sondern sie wissen eben ganz genau, dass sie keine Worte machen müssen, weil sie ihre Schäfchen auf jeden Fall in der vorgesehenen Sortierung ins Trockene bringen. Und wenn sie jemandem vor der Nase wegfahren, dann tun sie das auch nur, um demjenigen die Möglichkeit zu geben, bis zum nächsten Bus noch die passende Begleitung zu finden. Wandsbeker Busfahrer wissen, dass sie in einer Tour viel Gutes tun können. Dafür fährt man doch gern mal die Spätschicht am Samstagabend.

Inzwischen haben wir Herbst, ich wohne immer noch in Wandsbek und meine damalige Samstagabendbegleitung begleitet nun häufiger meine Samstagabende. Den fürsorglichen Altonaer Busfahrer habe ich nicht wiedergesehen. Vielleicht ist er nach Pinneberg oder Harburg versetzt worden. Brauchen könnte man ihn dort sicher zur Steigerung der Geburtenzahlen. Also, indirekt, weil er ja so gerne den Kuppler spielt.

Und kürzlich hat doch tatsächlich bei Tagesanbruch ein Wandsbeker Busfahrer meinen morgendlichen Gruß erwidert. Nicht mit einem gequälten Nicken oder einem genuschelten Was-auch-immer, sondern mit einem deutlichen "Moin!". Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

"Schräge Chansons 2"


Bald ist es soweit. Am 15. November findet die Uraufführung der Schrägen Chansons 2 im OFF-Theater in Wien statt. Die KomponistInnen von Ambitus - Gruppe für neue Musik haben Texte von H.C. Artmann, Andrea Heuser, Myriam Keil, Renate Schön, Gabriele Trinckler und Siegfried Voellger vertont.

Am 16. November gibt es ein weitertes Konzert mit den Schrägen Chansons 2 (Haus Gnad, Goldmarkplatz 8, ebenfalls in Wien). Dies wird übrigens das 100. Ambitus-Konzert sein. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Montag, 4. Oktober 2010

werbepausendichten IV


die haut liegt anders überm körper ein gewicht
verloren im dritten quartal das rechnet sich
mit den monaten während das warten weitergeht
auf diesem weg kann man es längst in gramm
beschreiben wie die verkäuferin an der fleischtheke
darf's auch etwas weniger sein heute im angebot
schon wieder nur die flechsigen randstücke
mit zuviel knochen dabei möchte man doch etwas
zartes schmecken das sich nicht mehr wehrt